Einzeltherapie
In der Einzeltherapie steht Ihre persönliche Situation im Mittelpunkt. Gemeinsam klären wir, welche Beschwerden Sie belasten, welche Auslöser und aufrechterhaltenden Faktoren eine Rolle spielen und welche konkreten Ziele Sie erreichen möchten. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt auf der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) – einem wissenschaftlich gut untersuchten Verfahren, das auf nachvollziehbaren Zusammenhängen zwischen Gedanken, Gefühlen, Körperreaktionen und Verhalten aufbaut.
Ganzheitlicher Blick und medizinische Mitbehandlung
Vor Aufnahme einer Psychotherapie erfolgt grundsätzlich eine somatische Abklärung, um relevante körperliche Ursachen oder mitbedingende Faktoren zu erfassen und die Behandlung sicher zu planen.
Im Verlauf der Therapie ist – wenn indiziert – eine enge Zusammenarbeit mit mitbehandelnden Haus- und Fachärzten möglich und sinnvoll, insbesondere wenn ausgeprägte körperliche Grunderkrankungen vorliegen, z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes oder onkologische Erkrankungen. So können medizinische Einflussfaktoren (z. B. Belastbarkeit, Medikation, Nebenwirkungen, Fatigue, Schlaf, Schmerz) angemessen berücksichtigt und die psychotherapeutischen Maßnahmen besser darauf abgestimmt werden.
Ablauf und Schwerpunkte der kognitiven Verhaltenstherapie
Zu Beginn erfolgt eine sorgfältige Diagnostik und eine gemeinsame Behandlungsplanung. Darauf aufbauend arbeiten wir strukturiert, lösungsorientiert und transparent. Je nach Anliegen kommen u. a. folgende Methoden zum Einsatz:
- Psychoedukation und ein gemeinsames Störungsmodell
- Verhaltensanalysen zur Erfassung von Auslösern und aufrechterhaltenden Mustern
- Ziel- und Ressourcenarbeit (alltagstaugliche Ziele, Aktivierung vorhandener Stärken)
- Kognitive Umstrukturierung (Grübeln, Selbstkritik, Katastrophisieren; Arbeit an Grundannahmen/Schemata)
- Verhaltensexperimente zur Überprüfung belastender Überzeugungen und zur Erweiterung des Handlungsspielraums
- Exposition/Konfrontation (z. B. bei Angst/Zwang) – geplant, sicher und schrittweise
- Emotionsregulation und Skills bei starker Anspannung oder Überforderung
- Problemlösetraining, Entscheidungsstrategien und Strukturaufbau im Alltag
- Soziale Kompetenz und Kommunikation (Grenzen, Konfliktklärung, Selbstsicherheit)
- Stressmanagement, Schlaf- und Aktivitätsaufbau sowie Rückfallprophylaxe und Transfer in den Alltag
Uns ist wichtig, dass Sie die Behandlungsschritte nachvollziehen können und aktiv mitgestalten – in Ihrem Tempo, aber mit einem klaren roten Faden.
Biografie und Lernmechanismen
Neben der aktuellen Symptomatik spielt auch die Biografie eine wichtige Rolle – nicht als rückwärtsgewandte „Vergangenheitssuche“, sondern um zu verstehen, wie bestimmte Lern- und Bewältigungsmuster entstanden sind (z. B. Vermeidung, Perfektionismus, Selbstabwertung, Schutzstrategien). Dieses Verständnis ist häufig entscheidend, um Veränderung nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig zu verankern.
Evaluation und Verlaufsdiagnostik
Therapie ist kein Blindflug. Wir nutzen regelmäßige Evaluationen und Verlaufsdiagnostik, um Fortschritte sichtbar zu machen, Ziele zu überprüfen und die Behandlung bei Bedarf anzupassen – transparent und gemeinsam.
Frequenz der Sitzungen
In der Regel finden wöchentliche Sitzungen statt. Je nach Störungsbild, Belastungsgrad und Behandlungsziel kann es sinnvoll sein, die Therapie vorübergehend intensiver zu gestalten – etwa 2–3 Termine pro Woche oder in zeitlich gebündelten Blöcken. Das kann helfen, akute Phasen zu stabilisieren oder zentrale Therapieschritte wirksam umzusetzen.
Rahmen nach Psychotherapie-Richtlinie und Therapiedauer
Die Behandlung orientiert sich an den Vorgaben der Psychotherapie-Richtlinie. Dazu gehören insbesondere:
- eine probatorische Phase (Kennenlernen, Diagnostik, Behandlungsplanung)
- eine indikationsbezogene Therapieplanung mit klaren Zielen
- die Beantragung und Durchführung der Therapie in einem festgelegten Stundenkontingent
- regelmäßige Überprüfung des Verlaufs und der Zielerreichung
Je nach Indikation, Schweregrad und Zielsetzung kann die Behandlung als Kurzzeittherapie beginnen und – wenn notwendig und sinnvoll – als Langzeittherapie fortgeführt werden. Ziel ist eine passgenaue Behandlung: weder unnötig kurz noch unnötig lang, sondern wirksam und auf Ihre Situation zugeschnitten.
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